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West Highland Way – Serie: Etappe 3

19. April 2010

3. Etappe: Rowardennan bis Inverarnan, 22,2km

Wenn man jetzt schon die dritte Etappe wandert, wird man feststellen, dass man unterwegs immer wieder die selben Menschen trifft. Zuerst unterwegs auf irgendwelchen Pfaden oder Wegen und später dann Abends in der Unterkunft oder im Pub. Das ist sicher eines der schönsten Erlebnisse, denn man trifft Menschen aus allen Teilen der Welt und wie das immer so ist, wenn sich Gleichgesinnte treffen, man kommt ins Gespräch. Es ist so wunderbar ungezwungen, egal ob es junge oder ältere Wanderer sind, Männer oder Frauen, aus Kanada oder aus England. Manche haben Unmengen an Gepäck dabei, andere wieder fast gar nichts, denn sie leisten sich einen Gepäcktransfer. Manchmal bezeichnen sie sich dann selber als „lazy“ (faul), weil sie keinen Rucksack tragen wollten. Bei dieser Bemerkung mussten wir wirklich lachen. Dieses Gefühl der Gemeinsamkeit und der Kontakt zu den wirklich netten Schotten, die uns immer geholfen haben, wenn es nötig war, sind uns in guter Erinnerung geblieben.

Entlang der Alternativeroute Der erste schöne Blick nach dem Start in Rowardennan geht in Richtung der herrlich am See gelegenen Jugendherberge, die irgendwie an ein Schloss erinnert. Nach ein paar hundert Metern verzweigt sich der West Highland Way, diese Gabelung ist aber nicht einfach zu sehen. Die Hauptroute führt etwas höher im Hang entlang und bietet vielerorts tolle Ausblicke auf den See. Die Alternativroute ist nur ein schmaler Pfad am Ufer entlang und bei feuchter Witterung manchmal tückisch. Dafür kommt man hier am Gefängnis von „Rob Roy“ vorbei, der Robin Hood des Nordens.

Als Clanchef der McGregors entstand sein Mythos 1711, als ein Vertrauter ihm sein ganzes Vermögen stahl und er seine Schulden nicht mehr bezahlen konnte. Der Duke of Montrose, sein größter Gläubiger zerstörte daraufhin sein Haus und vertrieb Frau und Familie. Rob Roy wurde geächtet, der daraufhin einen langen Rachefeldzug gegen den Herzog begann. Er nahm 1726 einen Bevollmächtigten seines Feindes als Geisel und man vermutet, dass er ihn in o.g. Gefängnis steckte. Leider wollte niemand für ihn bezahlen, sodass Rob Roy ihn ohne Lösegeld wieder laufen lassen musste. Daraufhin kämpfte er gegen die Anhänger des englischen König Georg I, wurde wegen Hochverrats gebrandmarkt und insgesamt drei mal ins Gefängnis geworfen, aus denen er sich aber immer befreien konnte. 1725 wurde er begnadigt und starb letztendlich 1734 eines natürlichen Todes.

Anlegestelle Inversnaid

Nachdem sich beide Routen wieder vereinigen, führt der Weg durch Eichenwald und besonders bei Regenfällen sind die kommenden 2km nicht einfach, denn dann kann z.B. der Cailness Burn von einem Rinnsal zu einem tosenden Fluss anwachsen. Dann, ganz plötzlich, stehen Sie vor einem großen viktorianischen Hotel, Sie sind in Inversnaid.

Der Weg, der jetzt kommt gilt bis zum nördlichen Ende des Sees als einer der schwierigsten Abschnitte. Der schmale Pfad verläuft am zum Teil sehr steilen Ufer, hier ist Vorsicht geboten. Durch dichten Laubwald wandern Sie und haben oft einen wunderbaren Blick auf den See oder die kleine Insel „Island I Vow“. Nach dem See wird der Weg steiler, denn es geht aufwärts über einen Pass, von dem aus man im Norden mächtige Berge ausmachen kann. Danach fällt der Weg steil ab bis nach Inverarnan, einem winzigen Ort, der eigentlich nur aus einer Hand voll Häusern und einem Hotel besteht. Inverarnan ist ein besonderes Etappenziel, einmal wegen des Hotels und seiner gemütlichen Einrichtung und dem guten Essen und zum Zweiten wegen der Holzhütten auf der Beinglas Farm, eine spartanische aber außergewöhnliche Unterkunft.

Die Holzhütten

Rowardennan - Inverarnan

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Freuen Sie sich auf die kommende Woche, wenn wir über die 4. Etappe, Inverarnan bis Tyndrum, berichten.

Vorherige Berichte:

Vorbericht: Ankündigung der Serie und Infos zum West Highland Way finden Sie hier.

Etappe 1: Von Milngavie bis Drymen finden Sie hier.

Etappe 2: Von Drymen bis Rowardennan finden Sie hier.

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