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Stubaier Hoehenweg, die Serie, Etappe 3

9. August 2012

Am Vortag sind wir also so richtig geduscht worden, stundenlang mit starkem Wind und von allen Seiten. So fühlen sich also die Alpen bei Regenwetter an. Dementsprechend nass verbrachte ein Teil unserer Klamotten die Nacht im Trockenraum, besonders die Schuhe waren bis zum Rand voll. Mit Regenhose und Stulpen wäre es sicher besser gewesen aber den Moment sich umzuziehen, hatte ich verpasst.

Zum Glück waren Schuhe und alles Andere wieder trocken. Wer aber jemals in so einem Trockenraum war, weiß, dass die Duftnote einen fast aus den Schuhen hebt aber was tut man nicht alles für trockene Ausrüstung.

Schlechte Sicht auf dem WegDer Tag begann diesig und nebelig aber im Laufe des Tages sollte es noch aufklaren. An der Hütte stand eine Tafel, auf der die nächste Etappe markiert war und man konnte wunderbar sehen, dass sich nach den ersten weniger steilen Kilometern plötzlich ein Höhenunterschied von 500 Hm auftat. Das kann ja interessant werden, hatte ich mir gedacht. Von der Franz-Senn Hütte führt der Weg zuerst auf schmalen Pfaden durch die Wolken, Fernsicht war praktisch gleich Null. Wir waren ja froh, dass es nicht geregnet hat und folgten so dem Weg, bis dann besagte Stelle kam, an der es deutlich bergauf ging. Über große Geröllfelder mussten wir gehen und klettern, immer auf der Hut, bei dem Wetter nicht in eine Spalte zu treten oder einfach nur den Halt zu verlieren. Die Sicht war schlecht und der Weg nur durch farbige Markierungen gekennzeichnet – weit über uns konnte man eine Gruppe von Ameisen gehen sehen, die sich im Zickzack bewegte. Dichter Nebel bei der ersten PauseDie erste Pause war auf einem Felsvorsprung und hier war es wirklich schade, dass man nicht besonders weit gucken konnte, die Aussicht wäre bestimmt toll gewesen. An dieser Stelle machten mehrere Gruppen Halt und man konnte gut beobachten, wer sich sonst noch auf dem Geröllfeld den Berg rauf quälte. Im Laufe des Tages wurde zum Glück das Wetter dann auch besser, manchmal rissen sogar ganz plötzlich die Wolken auf, die Sonne kam durch und man bekam einen Blick auf die umliegenden Unendliche GeröllfelderBerggipfel, teils mit Schnee bedeckt und von Wolken umrahmt. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Kletterei doch so anstrengend ist. Das Besondere ist ja, man geht nicht einfach steil bergauf. Der Unterschied ist, dass der Untergrund so uneben ist, man kraxeln und klettern muss, große und kleine Schritte macht und es immer uneben ist, das kostet sehr viel Kraft und Konzentration. Ist man so mehrere Stunden unterwegs, dann ist man froh, wenn man auf dem höchsten Punkt angekommen ist, Geröll ist wirklich ein kraftraubendes Gelände. Im Gegenzug erlebt man aber ein unglaubliches Gefühl der Freiheit…

Tal im Nebel

Die Wolken reissen aufAuf einem Bergsattel, dem höchsten Punkt dieser Etappe machten wir die zweite Pause, zusammen mit anderen Wanderern, die hier in der Sonne saßen. Jetzt hatten wir eine viel bessere Aussicht. Wolken bedeckten das Tal dort unten und der Wind trieb diese immer wieder zu uns hoch. Ein interessantes Schauspiel, was sich da zeigte. Zuerst ist es windstiller und man sieht die Wolken nur über sich hinweg ziehen, dann plötzliche Aufwinde, die die Wolken aus dem Tal sehr schnell zu uns auf den Sattel hochwehten. Das war ein herrlicher Ort, still und umringt von Bergen, teilweise 3.500 Meter hoch.

Das Schneefeld...Direkt vor uns lag ein ziemlich großes Schneefeld im Hang, genau auf dem Sattel und der Weg führte weiter darum herum und runter ins Tal. Man ist geneigt, diese Felder sitzend runter zu rutschen aber ich kann nur jedem davon abraten. Es ist extrem steil und man wird zu schnell, um vor dem Geröll am Fuße des Schnees rechtzeitig bremsen zu können. Im alpinen oder hochalpinen Gelände sollte man wirklich keine Risiken eingehen.

Was für ein toller Tag... Der Abstieg zur neuen Regensburger Hütte, die für mich die schönste Hütte war, war dann noch ein richtig schönes Stück. Das Wetter wurde zunehmend besser und wir sind dann bei blauem Himmel angekommen. Die Regensburger Hütte ist vielleicht nicht die modernste oder neueste Hütte, sie war für mich aber die angenehmste und sympathischste, denn wir hatten hier den besten Draht zum Hüttenwirt. Außerdem haben wir hier auch den coolsten Hund der Alpen gefunden…

Neie Regensburger HütteSchäferhund mit Sonnenbrille Die Berge im Hintergrund   Die Hütte in der Abendsonne

Das wirklich Beste an so einem Tag ist die Tatsache, dass man ihn mit Menschen verbringen darf und kann, die einem so sehr am Herzen liegen und die genauso fühlen und empfinden, wie man selber. Ich hatte dieses Glück.

Kommende Woche werde ich über die vierte Etappe berichten, bleiben Sie uns also treu…

Lesen Sie hier auch:

Allgemeine Infos und FAQ’s

Etappe 1, zur Starkenburger Hütte

Etappe 2, zur Franz-Senn Hütte

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