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Mountainbiker trifft auf Wanderer – keine einfache Beziehung

28. Oktober 2014

Beide lieben die Natur, sind gerne draußen, lieben die Sonne, die Luft und die Bewegung im Freien. Gemeint sind Mountainbiker und Wanderer, die sich den Wald teilen und wenn sich ihre Wege kreuzen, ist das nicht immer angenehm.

Ich weiß nicht, aus welchen Gründen es zwischen diesen Gruppen immer wieder zu Konflikten kommt aber ich weiß aus Erfahrung, dass beide Seiten nicht immer alles richtig machen. Wenn ich auf Wanderer treffe, kommt es immer wieder zu Kommentare, wie: Haben wir keine Klingel? oder Darf der denn hier fahren? oder es geht um das Tempo oder man macht den Wald kaputt. Mein Lieblingsthema ist das Klingeln. Klingel ich, erschrecken sich die Leute und machen fast einen Hechtsprung in die Böschung oder sie hören es erst gar nicht, egal, wie oft ich klingel. Klingel ich nicht, ist es auch nicht Recht. Das man nicht mit Vollgas an einer Wandergruppe vorbeirasen sollte, versteht sich eigentlich von selbst, die Meisten reden beim Wandern und achten nur begrenzt auf Radfahrer. Das Thema Waldschaden will ich erst gar nicht aufgreifen. Natürlich kann man viel Schaden anrichten, im Vergleich zu Erntemaschinen der Forstverwaltung ist das aber nichts.

Letztlich gibt es auf beiden Seiten schwarze Schafe aber ich finde, mit etwas Rücksicht und Verständnis aller wird jeder Freude am “draußen sein” haben und Vorschriften, wie die 2-Meter Regel in Baden-Württemberg würde es nicht geben. Als einziges Bundesland verbietet Baden-Württemberg Radfahrern und Mountainbikern das Befahren von Waldwegen unter 2 Meter Breite. Trotz durchweg positiver Erfahrungen aus den anderen Bundesländern beharrt die Regierung in BW seit 18 Jahren auf diese unsinnigen Diskriminierung.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das folgendes hilft, um mit Wanderern oder Spaziergängern gut auszukommen, das ist also meine Top 10:

  1. Sich irgendwie bemerkbar machen, wenn man sich einer Gruppe nähert. Klingeln ist sicher die beste Variante und unbedingt ein Auge dafür haben, ob man registriert wird.
  2. Grüßen wirkt Wunder. Ein einfaches “Guten Morgen” reicht schon aus und man versprüht einen positives Eindruck.
  3. Sich bedanken, wenn die Spaziergänger oder Wanderer Platz machen.
  4. Alle Anderen sind die “Schwächeren” und wenn es mal eng wird, dann lieber mal anhalten und die Leute vorbei lassen.
  5. Andere respektieren und Rücksicht nehmen und einfach die Gruppe langsam passieren. Kinder und Hunde machen auch gerne spontane Bewegungen.
  6. Vor schlecht einsehbaren Kurven etc. immer Wanderer vermuten, die unverhofft auf dem Weg stehen, also runter vom Gas gehen.
  7. Umsichtig fahren und möglichst wenig Spuren hinterlassen. Auf Driften, unnötiges Bremsen o.ä. verzichten und die Natur schützen, keinen Müll zurücklassen.
  8. Stark frequentierte Wege meiden. An einem sonnigen Sonntag besser nicht den Hauptweg nutzen sondern lieber andere abgelegene Wege fahren. Man kommt aus dem Slalom um die Spaziergänger und dem Klingeln sonst gar nicht mehr heraus und das macht dann auch keinen wirklichen Spaß mehr. Außerdem sind hier Probleme fast vorprogrammiert.
  9. Wegsperrungen respektieren. Sperrungen sind in der Regel lokal bedingt und haben einen Grund. Das können Waldarbeiten, Viehtrieb, Schutz von Tieren etc. sein und sollten befolgt werden.
  10. Auf gar keinen Fall provozieren lassen, tief Luft holen und cool und sachlich bleiben. Dann klappt es meist auch mit dem uneinsichtigen Gegenüber.

 

Letztlich ist es so, wenn wir alle die Anderen und deren Wünsche respektieren und versuchen, einfach etwas Rücksicht zu nehmen, mal Platz zu machen, keinen belästigen und uns so verhalten, wie wir es selber erwarten, dann sollte das doch klappen, das Miteinander.

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