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Testbericht, Barfuß-Schuhe von FiveFingers

26. November 2014

Ich wollte schon immer ein Paar der VIBRAM FiveFingers haben. Barfußschuhe gefallen mir wirklich gut und geben das Gefühl des Barfuß Laufens mit dem Schutz einer Sohle und der Freiheit für die Zehen. Bei www.vibram-fivefingers.de findet man eine Vielzahl von Modellen. Als Einstieg habe ich mich für das KSO EVO – Modell entschieden, denn es ist das Nachfolgermodell des seit Jahren beliebten KSO und bietet durch sein verstärktes Obermaterial und den Schnellverschluss einen guten Sitz. Die Zickzack gemusterte Sohle bietet Griffigkeit und noch mehr Flexibilität in alle Richtungen. Der KSO EVO ist ein sehr leichter, luftiger Alltagsschuh.

Um sich an die Schuhe zu gewöhnen, gibt es eine Art Übungsplan, also eine Empfehlung des Herstellers, der einen drei Monate beschäftigt. So soll man schrittweise an das neue Laufgefühl herangeführt werden.

Woche 1 – 2

Ziehen Sie Vibram FiveFingers täglich immer nur kurze Zeit an, bei Ihren täglichen Aktivitäten wie Spazierengehen, zu Hause, im Büro etc.

Woche 3 – 4

Trainieren Sie jeden zweiten Tag mit Vibram FiveFingers und führen Sie dabei 10% Ihres normalen Trainingspensums durch (wenn Sie beispielsweise normalerweise 10 km laufen, dann laufen Sie mit Vibram FiveFingers 1 km).

Woche 5 – 12

Steigern Sie Ihr Trainingspensum mit Vibram FiveFingers jede Woche um maximal 10% im Vergleich zur Vorwoche. Verwenden Sie Vibram FiveFingers jeden zweiten Tag.

Woche 13 und Folgende

Nach 13 Wochen können Sie Intensität und Anzahl der Trainingssitzungen mit Vibram FiveFingers nach Belieben steigern. Steigern Sie den Einsatz schrittweise, bis Sie eine ganze Trainingseinheit damit beenden können.

Nach all den Wochen kann ich jetzt für mich ein Fazit ziehen und versuche, meine Eindrücke und Erfahrungen hier festzuhalten.

Allgemeines

Der KSO EVO, ganz in Schwarz Kein Zweifel, dieser Schuh oder diese Art Schuhe sorgen für Aufmerksamkeit, wenn man damit unterwegs ist. Es fällt den Leuten sofort auf, dass man die Zehen sehen kann. Zu Anfang ist es etwas schwierig, die Schuhe und Socken anzuziehen. Ich war es nicht gewohnt, die Zehen einzeln in die vorgesehenen Abteile zu kriegen, hier musste ich dann nachhelfen. Je öfter man die Schuhe aber trägt, desto schneller geht auch das. Das Barfußgefühl ist schnell da und man spürt die Veränderung, denn es ist angenehm, so zu laufen. Selbst Autofahren ist neu, die Pedale fühlt man jetzt deutlicher und man hat das Gefühl, sie umgreifen zu können. Die Schuhe sind leicht und sogar waschbar bei 30°, allerdings fallen sie kleiner aus. Bei mir machte das eine ganze Nummer aus, also statt Größe 44-45 brauchte ich jetzt 46.

Optik

Optik ist natürlich immer Geschmacksache, mir gefällt dieser Schuh aber sehr. Zuerst hatte ich ein Paar ganz in Schwarz und nach dem Umtausch in Schwarz mit blauer Sohle. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich jetzt die blau/schwarze Variante habe, denn ich finde diese Farbkombination sehr ansprechend. Die Sohle macht den Eindruck von Geckofüßen und gibt dem Schuh noch etwas Außergewöhnliches mit.

Verarbeitung und Qualität

Wenn man den Schuh so in der Hand hält, das wenige Gewicht spürt, fällt es erst mal schwer zu glauben, dass man hier einen robusten Schuh hat. Das Obermaterial ist mit der Sohle verklebt und teilweise auch vernäht. Es macht einen guten Eindruck und hat auch bei stärkerer Beanspruchung keinen Schaden genommen. Weder ist eine Naht aufgegangen noch hat sich eine Verklebung gelöst.

Tragekomfort

Perfekte Passform Mein Fuß passte perfekt in diesen leichten und luftigen Schuh. Durch das leichte Fußbett, die gute und einfach zu nutzende Schnürung und die gute Passform fügte sich der Schuh optimal an meinen Fuß. Anfangs fühlt es sich seltsam an, jeden Zeh einzeln verpackt zu haben, später ist es aber gerade das, was sich gut anfühlt. Es läuft sich fast wie barfuß, nur die dünne Sohle liegt zwischen Fuß und Untergrund. Der Hersteller schreibt:

„Der Fuß und die Zehen sind frei beweglich und passen sich perfekt an den Untergrund an. Die Sensibilität und Beweglichkeit unserer Füße lässt uns barfuß sicherer und leichter laufen. Dabei arbeiten alle Muskeln und Gelenke mit. Der Fuß wird lebendiger, kräftiger und weniger verletzungsanfällig. Wer barfuß geht nimmt automatisch eine gesunde Körperhaltung ein. Der Fuß rollt natürlich ab, und das entlastet Knie und Bandscheiben. Barfußgehen verbessert die Blutzirkulation in den Beinen und beugt damit aktiv verschiedenen Leiden aufgrund mangelnder Durchblutung vor.“

Es fühlt sich gut an... Ich weiß nicht, ob die Blutzirkulation tatsächlich besser wird oder ob der Fuß kräftiger wird. Ich kann aber sagen, es fühlt sich gut an, besonders auf weicherem Untergrund. Auf Sand, Rasen, Waldboden etc. ist es richtig toll, auf hartem Boden machte zumindest mir dieser Schuhtyp auf Dauer Schwierigkeiten. Harten Untergrund wie Teer, Kopfsteinpflaster etc. habe ich nach ein paar Stunden in den Knien gespürt. Das mag auf einer Seite an der dünnen Sohle liegen, auf der anderen natürlich an meinen geschädigten Menisken. Joggen würde ich also nie mit dem KSO EVO, dafür gibt es dann andere Modelle.

Bei Nässe und Kälte

Da man den Schuh waschen kann ist Nässe kein Problem für das Material. Wenn es regnet hat man aber auch ziemlich schnell nasse Füße. Durch die rutschfeste und Zickzack gemusterte Sohle haftet der Schuh bei Nässe gut und bietet Griffigkeit auch, wenn man sich auf Kunststoffuntergrund bewegt, also Booten, Surfboards etc.

Bei Kälte oder gar im Schnee ist dieser Schuh nicht so geeignet. Die Füße werden schnell kalt aber es gibt interessante Spuren im Schnee. Natürlich gibt es auch eine Winterkollektion für alle, die diese Schuhe auch bei Schnee nutzen wollen.

Zubehör

Fuß vs. Socke Mit den Schuhen habe ich auch jeweils ein Paar Zehensocken bekommen, ultradünne Socken, zu 80% aus Baumwolle, 17% Spandex und 3% Elastan. Beim Auspacken hätte ich nie gedacht, dass meine Füße da rein passen, das Material ist also sehr dehnbar. Zumindest diese Erstsocken haben eine Haltbarkeit von wenigen Tragetagen. Bei mir riss das Material nach dem dritten Tragen schon zwischen den Zehen. Natürlich gibt es hochwertigere Socken zu einem angemessenen Preis. Empfehlenswert ist das Tragen von Zehensocken auf jeden Fall.

Service

Ich habe die Schuhe online gekauft, etwas, was ich sonst nicht mache, denn ich finde, Schuhe sollte man anprobieren vor dem Kauf. In dem Fall habe ich mich aber anders entschieden und nach Rücksprache mit dem Serviceteam die Größe 45 ganz in schwarz bestellt. Da die Schuhe klein ausfallen, passte 45 leider nicht ganz und ich musste umtauschen. So kam ich zu meinen schwarz/blauen Schuhen in Größe 46 – dieses Mal passte alles. Die Beratung und später die Abwicklung beim Umtausch waren erfreulich gut und einfach. Für die Retoure bekam ich ein Label zum Aufkleben auf den Karton und alles konnte ich kostenfrei zurück schicken. Alles sehr kundenfreundlich.

Fazit

Was soll ich sagen, die Barfußschuhe haben mich voll überzeugt und ich kann mir eine Menge Gelegenheiten vorstellen, sie zu tragen. Preis/Leistung passt auch und ich denke, ich werde noch ein anderes Modell probieren.

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2 Kommentare leave one →
  1. 5. Dezember 2014 01:51

    Toll, dass sie dir gefallen, die sind ja noch relativ unbekannt. Ich trage sie fast immer beim Sport, im Alltag nie.
    Gut, dass du drauf hinweist, sie am Anfang nur wenig, ab und zu einzusetzen. Ich hab in meinem letzten Artikel auch etwas über solche Zehenschuhe geschrieben, wenn es dich interessiert, schau gern mal drauf! 🙂
    testlifeunlimited.wordpress.com

    • 5. Dezember 2014 13:19

      Hallo Francois,
      Danke für deinen Kommentar. Ich habe deinen Bericht auch gelesen, gefällt mir gut.
      Gruß
      Michael

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