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Politische Bildung im Hürtgenwald

24. Juni 2018

Manch einer denkt, die Geschehnisse im Hürtgenwald in den Jahren 1944/45 wären nur für Veteranen oder prinzipiell ältere Generationen interessant. Wer so denkt, der irrt sich allerdings, denn fast jede Altersgruppe dürfen wir zu unseren Gästen zählen.

Neben den privaten Gästen gehört auch immer wieder die Bundeswehr zu den Gruppen, die den Weg in die Eifel finden. Als politische Bildung ist eine Wanderung auf den originalen Schauplätzen eine gute Möglichkeit, mehr über die Geschichte zu erfahren.

Manchmal rückt die Gruppe in Tarnanzügen an, manchmal auch in Zivil und auf unseren Touren erfahren wir dann auch immer etwas über die Einschätzungen heutiger Offiziere, die die Geschehnisse dann mit über 70 Jahren Abstand bewerten.

Die letzte Gruppe durften wir zu den Bunkern im Buhlert führen, entlang auf dem ca. 9km langen Westwallweg. Der Weg beginnt in Simonskall und hier könnte man auch den einzigen erhaltenen Sanitätsbunker in NRW besichtigen. Danach führt der Weg bergauf zum ersten Bunker vom Regelbau Typ 10, der ist aber gesprengt und nicht begehbar. Es folgen zwei Aussichtspunkte mit Blick auf das Kalltal und das ehemalige Kampfgebiet am Ochsenkopf.

Regelbau Typ 10   Regelbau Typ 10

Im weiteren Verlauf sind wir dann zu den intakten Bunkern gekommen, ein weiterer vom Typ 10, der sogar begehbar ist und hier kann man sich eine Vorstellung davon machen, sich in dieser Enge zu verteidigen. Ein Weiterer vom gleichen Typ folgt und etwas weiter östlich liegt der Bunker 135, ein MG-Schartenstand, der einzige erhaltene Regelbau Typ 23 in diesem Gebiet. Der letzte Stopp auf dem Weg war dann noch der Bunker 139/40, ein Regelbau Typ 11, die wohl größte erhaltene Anlage im Buhlert.

Regelbau Typ 23

An dieser Stelle war der Wendepunkt und es ging wieder runter ins Tal und kurz vor Simonskall trifft man dann auf die letzte Sehenswürdigkeit, einen Telefonanschlusspunkt. Dieser ist nicht sofort als solcher zu erkennen, er spielte aber eine wichtige Rolle, denn während die Amerikaner große Kommunikationsprobleme hatten, konnten sich die Deutschen an dieser Stelle direkt in das deutsche Netz einwählen.

Nach ca. 4 Stunden war unsere Gruppe dann wieder zurück in Simonskall. Die Kameraden legten ja ein zügiges Tempo vor und bergauf wurde einem richtig warm. Zum Glück brannte nicht die Sonne, es war sogar optimales Wanderwetter und so war das ein richtig guter Tag. Es ist immer spannend, mit Soldaten unterwegs zu sein, die einen ganz anderen Blickwinkel haben und diese Vielfallt, die die Gäste mitbringen, machen solche Touren jedes Mal besonders.

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